Ertragsquellen der Lebensversicherungen in der Übersicht

Ertragsquellen der Lebensversicherer
Bild: Die Ertragsquellen der Lebensversicherer sind das Gerüst für eine erfolgreiche Zukunft. (Quelle: 123rf)


Für Bestandskunden bringen die verpflichtenden Angaben der Versicherer zu den Ertragsquellen der Gewinnbeteiligung mehr Transparenz. Deutliche Hinweise darauf, wie es Ihrem Lebensversicherer geht, finden Sie in der Finanzstärke. Policen Direkt hat die Übersicht für Sie erstellt.

Henning KühlDie Lage ist ernst: „Es geht in der Lebensversicherung nicht mehr um die Höhe von Überschüssen. Was heute für Bestandskunden zählt, ist die Sicherheit der Garantien“, erklärt Policen Direkt-Chefaktuar Henning Kühl. „Die Einhaltung der gesetzlichen Regeln ist Basis für Vertrauen – jenseits von Sentimentalitäten wie Unternehmensnamen, die nicht erst seit der aktuellen Diskussion um die Abwicklung von Beständen regelmäßig zur Disposition stehen.“

Die Policen Direkt-Analyse zeigt: Rund ein Drittel Prozent der Lebensversicherer erwirtschaften nicht mehr ausreichend Erträge mit ihren Kapitalanlagen. Nichtsdestoweniger sind die Garantien insgesamt aktuell sicher, da die Unternehmen andere Ertragsquellen verrechnen dürfen.

Lebensversicherer müssen darüber informieren, in welcher Höhe Sie Ihre Kunden an den Gewinnen beteiligen. Weitere vom Gesetzgeber vorgeschriebene Pflichtinformationen finden sich darüber hinaus in den jährlichen Standmitteilungen und in den Solvenzberichten.

Bestandskunden wollen sich angesichts zunehmender Debatten um die Lebensversicherung selbst ein Bild über den Zustand Ihrer Altersvorsorge machen und einen Eindruck gewinnen, wie ihr Lebensversicherer wirtschaftet. Dazu gehört auch Policen Direkt als größter institutioneller Versicherungsnehmer, das seine Analysen zu den Ertragsquellen hier kostenfrei zur Verfügung stellt.

Wie finde ich heraus, wie es meinem Lebensversicherer geht?

Die Finanzstärke als Kennzahl gibt einen Anhaltspunkt über die aktuelle Situation einer Lebensversicherungsgesellschaft. Sie stellt die aktuellen Erträge der Kapitalanlagen ins Verhältnis mit den Rechnungszinsanforderungen (Garantiezinsen und Zuführung zur Zinszusatzreserve) und gibt damit auch einen Hinweis darüber, wie schwer künftig die Belastungen wiegen können. Mit einem Klick auf den Unternehmensnamen können Sie sämtliche Ertragsquellen im zeitlichen Verlauf vergleichen.

Die Übersicht gibt es auch als Download als (PDF). Sämtliche Versicherer dort sind ebenfalls verlinkt.

VersichererAbweichungFinanzstärke 2016
AachenMünchener Lebensversicherung AG-1,72 %104,69 % 
Allianz Lebensversicherungs-AG+4,41 %127,70 % 
Alte Leipziger Lebensversicherung a.G.-11,71 %109,89 % 
Athene Lebensversicherung AG-6,96 %93,92 % 
AXA Lebensversicherungs AG-7,14 %100,98 % 
Barmenia Lebensversicherung a.G.-4,86 %92,40 % 
Basler Lebensversicherungs-AG-5,25 %100,70 % 
Bayerische Beamten Lebensversicherung a.G.103,92 % 
Bayern Lebensversicherung AG-10,45 %100,03 % 
Concordia oeco Lebensversicherungs-AG+12,92 %100,32 % 
Condor-Lebensversicherungs-AG-5,59 %87,81 % 
Continentale Lebensversicherung AG-11,46 %97,95 % 
Cosmos Lebensversicherungs-AG+5,18 %130,06 % 
Credit Life AG-21,00 %56,54 % 
Debeka Lebensversicherungsverein a.G.-13,40 %80,42 % 
Delta Direkt Lebensversicherung AG München-7,65 %150,47 % 
Deutsche Ärzteversicherung AG-9,96 %100,26 % 
Deutsche Lebensversicherungs-Aktiengesellschaft+8,85 %159,23 % 
DEVK Deutsche Eisenbahn Versicherung Lebensversicherungsverein a.G.-0,46 %110,55 % 
DEVK Versicherungen AG+6,76 %107,23 % 
Dialog Lebensversicherungs-AG-20,07 %96,43 % 
Direkte Leben Versicherung AG+2,69 %114,33 % 
Entis Lebensversicherungs-AG-2,10 %83,48 % 
Ergo Direkt Lebensversicherung AG+16,56 %119,12 % 
Ergo Lebensversicherung AG+2,44 %110,23 % 
ERGO Vorsorge Lebensversicherung AG-9,60 %68,83 % 
Europa Lebensversicherung AG-14,98 %113,11 % 
Familienfürsorge Lebensversicherung AG-3,49 %104,94 % 
Frankfurter Lebensversicherung AG-18,19 %86,88 % 
Frankfurter Münchener Lebensversicherung AG -3,40 %88,26 % 
Generali Lebensversicherung AG-29,65 %87,61 % 
Gothaer Lebensversicherung AG-0,80 %97,11 % 
Hannoversche Lebensversicherung AG+6,59 %95,38 % 
HanseMerkur Lebensversicherung AG+14,50 %115,74 % 
HDI Lebensversicherung AG+14,64 %91,36 % 
Heidelberger Lebensversicherung AG+81,39 %188,27 % 
Helvetia Lebensversicherungs-AG-8,37 %103,65 % 
HUK-Coburg-Lebensversicherung AG+3,93 %100,97 % 
Ideal Lebensversicherung a.G.-1,51 %137,04 % 
Iduna Vereinigte Lebensversicherung AG-8,58 %97,95 % 
Inter Lebensversicherung AG-11,33 %95,94 % 
InterRisk Lebensversicherungs-AG+2,05 %88,13 % 
Itzehoer Lebensversicherung AG-3,42 %89,27 % 
Karlsruher Lebensversicherung AG+4,85 %105,38 % 
Landeslebenshilfe V.V.a.G.-22,15 %65,91 % 
Lebensversicherung von 1871 a.G. München-0,96 %105,40 % 
LVM Lebensversicherungs-AG-12,04 %88,01 % 
Mecklenburgische Lebensversicherungs-AG-2,16 %90,60 % 
Münchener Verein Lebensversicherung a.G.+9,27 %110,56 % 
myLife Lebensversicherung AG-12,85 %147,13 % 
Neue Bayerische Beamten Lebensversicherung AG+0,57 %209,53 % 
Neue Leben Lebensversicherung AG-0,46 %99,14 % 
Nürnberger Beamten Lebensversicherung AG-27,08 %114,65 % 
Nürnberger Lebensversicherungs AG-9,03 %92,78 % 
Öffentliche Lebensversicherung Berlin Brandenburg AG-10,95 %106,04 % 
Öffentliche Lebensversicherung Braunschweig-7,08 %132,02 % 
Öffentliche Lebensversicherung Oldenburg+13,38 %105,67 % 
Öffentliche Lebensversicherung Sachsen-Anhalt-25,55 %96,47 % 
PB Lebensversicherung AG-7,65 %103,63 % 
Plus Lebensversicherung AG-0,92 %82,70 % 
Provinzial Leben-17,12 %92,18 % 
Provinzial Rheinland Lebensversicherung AG-6,82 %91,74 % 
R+V Lebensversicherung a.G.-7,72 %104,62 % 
R+V Lebensversicherung AG-5,14 %102,25 % 
RheinLand Lebensversicherung AG-1,77 %93,70 % 
Saarland Lebensversicherung AG-4,20 %117,40 % 
Skandia Lebensversicherung AG+126,27 %269,91 % 
Sparkassen-Versicherung Sachsen Lebensversicherungs AG-4,96 %115,68 % 
Stuttgarter Lebensversicherung a.G.+7,32 %119,59 % 
Süddeutsche Lebensversicherung a.G.-1,25 %83,12 % 
SV SparkassenVersicherung Lebensversicherung AG-15,67 %98,47 % 
Swiss Life AG, Niederlassung für Deutschland-3,28 %108,15 % 
Targo Lebensversicherung AG-22,37 %121,77 % 
uniVersa Lebensversicherung a.G.-10,53 %105,79 % 
Vereinigte Postversicherung Lebensversicherung AG-0,90 %103,40 % 
Vereinigte Postversicherung Lebensversicherung VVaG+5,34 %4,15 % 
VGH Provinzial Lebensversicherung Hannover+1,09 %112,75 % 
VICTORIA Lebensversicherung AG-0,90 %92,16 % 
Volkswohl Bund Lebensversicherung a.G.+4,35 %101,43 % 
WGV-Schwäbische Lebensversicherung AG-6,48 %102,45 % 
Württembergische Lebensversicherung  AG-6,46 %108,23 % 
WWK Lebensversicherung a.G.-18,17 %123,74 % 
Zurich Deutscher Herold Lebensversicherung AG-2,89 %111,61 % 
Marktdurchschnitt-2,70 %106,37 %

Alle Angaben ohne Gewähr. Zum Vergleich mit den Vorjahren.

 

Wichtig: Eine einzelne Kennzahl kann ein umfassendes und qualifiziertes Rating nicht ersetzen. Für Gesellschaften, die keine Ratings bestellen, liefert sie aber aufschlussreiche Einblicke. Die Zahl dieser Lebensversicherer wächst zurzeit, da nur Gesellschaften mit einem Interesse an Neugeschäft noch Ratings in Auftrag geben.

 
Fazit: Für die Kunden besteht aktuell auch vor dem Hintergrund der Run-off Debatte kein Grund zur Panik. Für den Schutz hat hier die Versicherungsaufsicht BaFin die Einhaltung des §13 des Versicherungsaufsichtsgesetzes (VAG) zu gewährleisten. Im Fall eines Run-offs dürfen Versicherte nicht schlechter als vorher gestellt sein.

Wo finde ich einen Überblick über die Ertragslage der Lebensversicherer?

Policen Direkt hat als größter institutioneller Versicherungsnehmer Deutschlands die Übersichtstabellen zu den Ertragsquellen der Lebensversicherer erstellt. Nach dem Klick auf den Unternehmensnamen in der Übersicht finden Sie die Pflichtangaben der vergangenen drei Jahre. Damit können Sie – anders als auf der Website des Versicherers – die Entwicklung der einzelnen Positionen direkt nachvollziehen. Damit ist erstmals ein Vergleich mit dem Vorjahr möglich.

Grafik: Nach Klick auf Ihren Lebensversicherer erhalten Sie den Überblick über die Ertragsquellen.
Grafik: Nach Klick auf Ihren Lebensversicherer erhalten Sie den Überblick über die Ertragsquellen.

 

Was macht einen finanzstarken Lebensversicherer aus?

Klicken Sie in der Tabelle oben auf den Unternehmensnamen und vergleichen Sie. Checken Sie die Angaben Ihres Versicherers auf folgende Angaben:

  • Werden in sämtlichen Bereichen Erträge erwirtschaftet (Der Eintrag „–“ bedeutet, dass der jeweilige Bereich mit einem negativen Ergebnis abgeschlossen hat)?
  • Reichen die Kapitalerträge aus, die Beteiligungen für den Posten “Rechnungszins“ (Garantieverpflichtungen) zu bezahlen (Finanzstärke über 100 Prozent)?
  • Ist dies nicht der Fall? Dann sollten Sie einen Blick auf Risikogewinne und sonstige Gewinne werfen.
    Ist die Zuführung zur Rückstellung für Beitragsrückerstattung (Rfb) höher als im Vorjahr. Je höher die freie Rfb, desto größer der Puffer, um die Überschussbeteiligung möglichst konstant zu halten. Wie groß dieser Puffer ist, können Sie hier nicht erkennen. Diese Info findet sich in den Geschäftsberichten.

 

Achtung: Liegt die Finanzstärke über 100 Prozent, lässt das nicht zwangsläufig auf eine besondere Ertragsstärke des Unternehmens schließen. Überdurchschnittlich hohe Erträge können auch aus der Auflösung von Reserven kommen, die dann in der Zukunft fehlen. Liegt allerdings die Finanzstärke dauerhaft unter 100 Prozent, sollten Sie sich einen Neuabschluss bei betreffendem Versicherer genau überlegen. Die Lektüre der Solvenzberichte lohnt sich in diesem Fall ganz besonders.

 

In welcher Höhe müssen Lebensversicherer Ihre Kunden mindestens beteiligen?

Lebensversicherer müssen ihre Kunden an den Gewinnen beteiligen, für jede Ertragsquelle gibt es vorgeschriebene Ausschüttungsquoten. Das schreibt die gesetzliche Mindestzuführungsverordnung (MindZV) vor:

Gewinne aus der Kapitalanlage: Mindestens 90 Prozent der Kapitalerträge – abzüglich der Aufwendungen für den Rechnungszins – kommen über die Rückstellung für Beitragsrückerstattung (RfB) den Versicherten zugute.
Risikoergebnis: Mindestens 90 Prozent des Risikoergebnisses gehen verpflichtend in die RfB. Unter diesem Posten finden sich die an den Kunden abzuführenden Gewinne aus Leistungsfällen (Tod, BU, Invalidität), die günstiger als prognostiziert ausgefallen sind.
Übriges Ergebnis: Der Gesetzgeber schreibt vor, dass mindestens 50 Prozent des übrigen Ergebnisses in die RfB gehen. Hier finden sich beispielsweise abzuführende Gewinne aus effizienter Verwaltung.

Versicherer müssen ihre Kunden darüber informieren, wofür sie die Erträge brauchen, in welche Posten diese fließen:

Rechnungszins: Die Verpflichtungen aus den Garantiezinsen im Policenbestand, inklusive Zuführung zur gesetzlich vorgeschriebenen Zinszusatzreserve (ZZR).
Direktgutschrift: Direkte Beteiligung an den aktuellen Überschüssen, die nicht in die Rückstellungen gehen.
Zuführung zur RfB: Rückstellungen für Beitragsrückerstattungen werden als Sicherheitspuffer für die Überschussbeteiligung der kommenden Jahre gebildet. Die Zuführung und die Ausschüttung ist gesetzlich streng geregelt, so müssen die in die Rfb einbezahlten Erträge spätestens nach 5 Jahren an die Versicherten ausgeschüttet werden.

In der Mindestzuführungsverordnung (MindZV) gibt es mit dem §15 seit Inkrafttreten des LVRG einen Paragraphen, der den Versicherern vorschreibt, welche Informationen er zu den Ertragsquellen in welcher Art und Weise zu veröffentlichen hat. Die Form hat der Gesetzgeber vorgegeben:

Angaben zur Beteiligung der Versicherten an den Erträgen gemäß §15 Mindestzuführungsverordnung (MindZV):
Erträge:
Kapitalerträge: Summe in EUR
Risikoergebnis: Summe in EUR
Übriges Ergebnis: Summe in EUR
Summe: Summe in EUR
Aufgliederung der Beteiligungen der Versicherten an den Erträgen:
Rechnungszins: Summe in EUR
Direktgutschrift: Summe in EUR
Zuführung zur Rfb: Summe in EUR
Summe: Summe in EUR

 

Wie müssen Versicherer über die Ertragsquellen informieren?

§15 MindZV schreibt den Versicherern dabei nicht nur vor, welche Informationen in welcher Form und in welcher Reihenfolge veröffentlicht werden sollen. Vorgeschrieben ist seit 2015 ferner, dass diese Angaben für jedermann im Internet frei zugänglich sein sollen.

Bis dahin war die einzige Pflichtangabe auf der jährlichen Standmitteilung die der erreichten Überschüsse. Denn die Mitteilung des Rückkaufswertes, des Todesfallschutzes und der Ablaufleistung ist – entgegen landläufiger Erwartung – keinesfalls obligatorisch. Ab Juli 2018 gelten hier strengere Regeln für die Standmitteilungen. Weitere Pflichtangaben sind dann Todesfall-Leistung, Ablaufleistung, Ablaufleistung bei Beitragsfreistellung und der aktuelle Auszahlungsbetrag. Dazu kommen seit 2017 die Solvenzberichte, in denen die Unternehmen über ihren Finanzstatus Auskunft geben müssen. Je mehr Resonanz die Versicherer hier bekommen, desto eher können sich hier Qualitätsstandards herausbilden. Die nächste Ausgabe im Frühjahr 2018 wird zeigen, ob die neuen Berichte verständlicher gestaltet wurden.

Die Informationspflicht erstreckt sich auch auf Versicherer, die ihr Neugeschäft eingestellt haben und auf sogenannte Run-off Plattformen, die Lebensversicherungsbestände übernehmen und fortführen.

 

Wie können die Lebensversicherer auf ihre Ertragsquellen einwirken?

Mit dem Lebensversicherungsreformgesetz (LVRG) hat der Gesetzgeber den Versicherern auch die Möglichkeit gegeben, ein negatives Kapitalergebnis mit einer positiven anderen Ergebnisquelle wie zum Beispiel den Verwaltungskosten zu subventionieren.
Henning Kühl: „Wir nehmen an, dass davon rege Gebrauch gemacht wird. Lebensversicherer mit hohen Garantiezinsverpflichtungen, bei denen die Kapitalerträge alleine nicht ausreichen um die Zusagen aus dem Rechnungszins zu erfüllen, müssen diese Möglichkeit in Betracht ziehen.“ Dies betreffe vor allem das Risikoergebnis. Das kann aber auch zur Reduzierung oder Stabilisierung der Verwaltungskostengewinne führen.

 

„Damit kann man sagen, dass Verwaltungskostengewinne auch Aussagekraft über die Finanzkraft eines Unternehmens haben. Verwaltungskostengewinne sind zukünftig immer mehr Zeichen für hohe Finanzkraft und günstiges Wirtschaften“, erläutert Kühl, der im An- und Verkauf von Policen jährlich tausende Verträge auf Herz und Nieren prüft. „Kostengünstige Versicherer können ihren Kunden zudem bereits zum Vertragsbeginn attraktivere Konditionen bieten.“

Er hält dies für eine Grundvoraussetzung, um weiter am Markt bleiben zu können.

Experten fürchten, dass Versicherungsgesellschaften auf diese Weise Verluste zu Lasten anderer Tarife wie Risikolebensversicherungen oder Berufsunfähigkeitsversicherungen verrechnen.

Welches aktuelle Bild ergibt sich für die Deutsche Lebensversicherung?

Fast 40 Prozent der Lebensversicherer erwirtschaften nicht mehr ausreichend Erträge mit ihren Kapitalanlagen.
Bei 30 Lebensversicherern reichen die 2016 erwirtschafteten Erträge aus der Kapitalanlage nicht, um die Garantieverpflichtungen zu erfüllen und die gesetzliche vorgeschriebene Reserve zu bedienen. Bereits im Vorjahr hatten ein Viertel der aktuell 84 Lebensversicherungsgesellschaften das nicht geschafft.

Policen Direkt beobachtet, dass viele Kunden aufgrund der aktuellen Nachrichtenlage eine Kündigung ihrer Police in Betracht ziehen. Die Lebensversicherung zu kündigen ist aber nicht die richtige Antwort: „Die Nachricht, dass der Vertrag Ihres Kunden womöglich bald an eine andere Gesellschaft verkauft wird, stellt aktuell keinen hinreichenden Grund dar für die vorzeitige Beendigung des Vertrages“, erklärt Kühl. „Wenn Lebensumstände es dennoch erfordern, dann ist in jedem Fall der Verkauf der Police auf dem Zweitmarkt, bei Anbietern wie Policen Direkt, weiterhin die bessere Alternative.“

 

Hintergrund: Für mehr als zwei Drittel der Deutschen ist Finanzstärke und Bonität des Lebensversicherers wichtig, so das Ergebnis einer aktuellen Befragung von Kantar-Emnid. Fast 30 Prozent besitzen eine Lebensversicherung und die Mehrheit wünscht sich nachweislich Garantien für die Altersvorsorge.

 

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Über Henning Kühl 83 Artikel
Henning Kühl ist Chefaktuar (DAV) der Policen Direkt-Gruppe und gefragter Experte in Fachmedien, Zeitschriften und Zeitungen. Seit mehr als einem Jahrzehnt verfolgt er die Entwicklungen auf dem Erst- und Zweitmarkt und ist verantwortlich für die Analyse im Risikomanagement des größten institutionellen Versicherungsnehmers in Deutschland. Er engagiert sich für mehr Transparenz in der Altersvorsorge und untersucht aus diesem Grund die regelmäßig veröffentlichten Pflichtangaben der Lebensversicherer. Mit dem Bundesverband Vermögensanlagen im Zweitmarkt Lebensversicherungen e.V. (BVZL) hat er eine Muster-Standmitteilung erarbeitet, die sämtliche relevanten Infos für die Versicherten übersichtlich darstellt. Kontaktieren Sie Henning Kühl per Email.

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