Im 4. Teil der Zweitmarkt Aktuell Reihe sprechen Geschäftsführer Simon Nörtersheuser und Moderatorin Henrike Kolletzki über die Möglichkeit der Investition in Zweitmarktpolicen unter Berücksichtigung von Renditeaspekten. ZMA: Herr Nörtersheuser, die Frankfurter Allgemeine Zeitung schrieb vor ein paar Wochen, dass das Kündigungsvolumen der deutschen Lebensversicherer mit 14,4 Milliarden Euro einen dramatischen Höchststand erreicht hat. Noch nie in der Geschichte war das Stornovolumen so hoch. Gleichzeitig warnen aber Verbraucherschutzverbände, wie zum Beispiel die Stiftung Warentest, der Bund der Versicherten und die Verbraucherschutzzentralen vor der vorzeitigen Kündigung. Woran liegt das? PDV: Das ist in der Tat ein Dilemma, und der von Ihnen genannte FAZ-Artikel verweist auch auf einen Ausweg, der sich den Versicherten bietet, nämlich den Verkauf der Police auf dem Zweitmarkt. ZMA: Aber offenbar ist das nur Wenigen bekannt. Ist der Zweitmarkt also so etwas, wie ein offenes Geheimnis? PDV: Wenn Sie so wollen, ja! Denn es gibt, anders als in Großbritannien beispielsweise, in Deutschland keinen gesetzlich vorgeschriebenen Hinweis auf den Zweitmarkt. Das treibt immer noch viele Versicherte aus Unwissenheit in die für sie unvorteilhafte Kündigung. Bei entsprechender Aufklärung – durch die von Ihnen aufgeführten Institutionen beispielsweise – könnte der Zweitmarkt in Zukunft weiter wachsen, und damit die Vorteile für alle Beteiligten. ZMA: Was machen Sie denn mit den Versicherungsverträgen, die sie kaufen? PDV: Diese bieten wir Investoren zum Kauf an. ZMA: Warum sollte denn jemand eine Lebensversicherung erwerben, die ein anderer verkauft hat? PDV: Aus Renditegesichtspunkten, denn die Zweitmarktpolice ist ein reines Anlageprodukt. Sie ist insbesondere für sicherheitsorientierte Anleger interessant. ZMA: Inwiefern? PDV: Jeder Anleger schaut vor allem auf vier Kriterien, bevor er sich für ein Investment entscheidet: Nämlich Sicherheit, Rendite, Flexibilität und Planbarkeit. Deutsche Anleger sind dabei ausgesprochen sicherheitsorientiert, besonders in durch Krisen geprägten Zeiten wie heute. Aus diesem Grund gibt es in Deutschland auch das Phänomen, dass viele Ihr Geld auf Sparbüchern oder Tagesgeldkonten horten, obwohl hier der Zins aktuell bei rund 1,00% liegt – und damit weit unterhalb der Inflationsrate. ZMA: Und warum machen die Sparer das? PDV: Weil das Sparbuch eben, vom Kaufkraftverlust abgesehen, sicher ist. Andere Anleger, die beispielsweise geschlossene Fondsbeteiligungen oder auch offene – vermeintlich sicher geglaubte – Immobilienfonds erworben haben, sehen sich sogar mit dem Verlust Ihres eingesetzten Kapitals konfrontiert. Dabei waren ihnen ursprünglich hohe Renditen versprochen worden. ZMA: Aber hat denn der Anleger nur die Wahl zwischen einer sicheren Anlage mit Kaufkraftverlust und einer riskanten Anlage? PDV: Das sind natürlich nur zwei Extreme des Anlageuniversums. Dazwischen gibt es durchaus auch sichere Anlagen mit einer moderaten Verzinsung, wie zum Beispiel die gute alte Kapitallebensversicherung ZMA: Was macht denn die Sicherheit einer Lebensversicherung aus? PDV: Eine ganze Menge. Es gibt eigentlich kein Finanzprodukt, das einen besseren Schutz durch den Gesetzgeber genießen würde, als die Lebensversicherung. Das fängt schon damit an, dass die Prämien, die sie einzahlen, in das Insolvenzgeschützte Sicherungsvermögen fließen, das im Fall der Fälle vor dem Zugriff der Gläubiger geschützt ist. Und auch die Insolvenzgefahr selbst ist bei Lebensversicherungen wesentlich geringer. ZMA: Warum? Arbeiten die Versicherer anders? PDV: Ja, dazu zwingt sie der Gesetzgeber, der genau vorschreibt, wo und wie das Kapital der Versicherten angelegt werden darf, nämlich hauptsächlich in sicheren, fest verzinslichen Rentenpapieren, wie beispielsweise Staats- oder Unternehmensanleihen. ZMA: Und was passiert mit Anleihen von Staaten, die in Schieflage geraten, wie zuletzt Zypern oder Griechenland? PDV: Gerät ein Staat in Zahlungsprobleme, wird dessen Bonität durch die Ratingagenturen abgewertet. Damit fallen diese aus dem zulässigen Anlagespektrum heraus und das Versicherungsunternehmen muss sich um Ersatz kümmern, um die Anlagevorschriften einhalten zu können. In Panik muss dabei aber niemand geraten, denn die Konzentration der Investments auf bestimmte Anlageklassen ist ohnehin nur bis zu einem gewissen Grad zulässig. Das heißt, in der Streuung liegt auch eine gewisse Sicherheit. Die Ratingagenturen bewerten übrigens auch die Versicherer selbst. Es dürfte vor diesem Hintergrund also kaum überraschen, dass der Marktführer Allianz bei Standard & Poor’s selbst ein AA Rating genießt – eine der besten Bonitäten also. ZMA: Aber es gibt ja neben der Allianz auch noch kleinere Versicherungsgesellschaften, bei denen eine Insolvenz zumindest theoretisch nicht ausgeschlossen werden kann, oder? PDV: Auch dafür haben die Versicherer vorgesorgt. Dafür gibt es mit der Protektor AG eine gesetzliche Auffanggesellschaft. Gerät also eine Gesellschaft doch in die Insolvenz, werden deren Verträge von der Protektor AG weitergeführt und die Ansprüche und Garantien der Versicherungsnehmer weiter bedient. ZMA: Der Kapitalerhalt in der Lebensversicherung scheint also tatsächlich gesichert zu sein. Aber wie sieht es denn mit der Rendite aus? PDV: Ein Teil der Rendite ist in Höhe der Garantieverzinsung ebenfalls bei Vertragsabschluss sicher. Solch eine Renditegarantie gibt es bei keinem anderen vergleichbaren Anlageprodukt ZMA: Aber wird der Garantiezins nicht nur auf den Sparanteil gerechnet? PDV: Ja das stimmt, denn der andere Anteil wird für die Versicherungskosten aufgewendet. Aber Sie dürfen nicht vergessen, dass neben der Garantieverzinsung auch noch laufende Überschüsse , Schlussüberschüsse und Beteiligungen an den Bewertungsreserven hinzukommen. ZMA: Und was bringt mir eine Lebensversicherung dann insgesamt ein? Kann man das sagen? PDV: Sie meinen die Beitragsrendite? Also die Verzinsung Ihres eingesetzten Kapitals bei Ablauf? Die beträgt bei Policen mit einer Vertragslaufzeit von z.B. 30 Jahren nach Angaben des map-Reports aktuell etwa 5,05% ZMA: Das ist natürlich ein ordentlicher Wert, wenn man die hohen Sicherheiten mit berücksichtigt, die die Lebensversicherung aufweist. PDV: Deswegen sprechen wir auch von einem attraktiven Rendite-Risiko-Profil der Lebensversicherung: Eine solide Rendite bei Top Sicherheiten. ZMA: Sie haben mir nun wirklich die Vorteile einer Lebensversicherung anschaulich geschildert. Aber warum eine Zweitmarktpolice? Ich kann doch genauso gut eine Lebensversicherung bei jedem Versicherungsmakler abschließen, oder? PDV: Wenn Sie den Versicherungsschutz selbst benötigen: selbstverständlich. Aber wir reden hier von der Lebensversicherung als reine Assetklasse. Und da ist der Zweitmarkt dem Erstmarkt weit überlegen. ZMA: Warum? PDV: Aus verschiedenen Gründen. Zunächst einmal beträgt die Garantieverzinsung infolge des aktuellen Niedrigzinsumfeldes bei einem Neuabschluss heute nur noch 1,75%. Auf dem Zweitmarkt können Sie hingegen noch Altverträge mit einer Garantieverzinsung von bis zu 4% erwerben. Hinzu kommen die Kosten. Neuabschlüsse sind in den ersten Jahren zunächst noch durch hohe Abschluss- und Verwaltungskosten belastet. Diese sind bei Erwerb einer Zweitmarktpolice bereits durch den ursprünglichen Versicherungsnehmer getilgt. Drittens bietet der Zweitmarkt dem Investor eine zusätzliche Sicherheit, da alle Policen von uns zunächst auf eigenes Risiko erworben werden. Wird eine Lebensversicherung zum Kauf angeboten, bewerten unsere Aktuare zunächst die Renditeaussichten der Police – und lehnen auch schon mal ein Kaufangebot ab. Dieser Renditecheck ist bei allen zum Verkauf stehenden Policen bereits durchgeführt worden. Und schließlich liegt ein großer Vorteil bei der Flexibilität der Anlage. ZMA: Eine Lebensversicherung ist ja eigentlich nicht besonders flexibel, wenn man 30 Jahre in einen Vertrag einzahlen muss, bevor man dann endlich mit der Ablaufleistung daran verdienen kann. PDV: Eben! Und das sieht auf dem Zweitmarkt schon ganz anders aus. Hier bietet sich den Investoren eine große Auswahl unterschiedlicher Policen mit unterschiedlichen Restlaufzeiten, Investitionsgrößen, Garantizinsen und Versicherungsgesellschaften. Schauen Sie einfach mal in unseren Webshop. ZMA: Auf welche Kriterien sollte man bei der Policenauswahl noch achten? PDV: Wenn Sie sehr sicherheitsorientiert sind, würde ich Ihnen empfehlen, eher Policen mit einer hohen Garantieverzinsung zu wählen. Ansonsten haben Sie auch die Möglichkeit, eher die Renditeprognose in den Vordergrund zu stellen. ZMA: Und was mache ich, wenn ich mir insgesamt bei der Auswahl sehr unsicher bin? PDV: Wir beraten Sie natürlich gern bei der Auswahl. Aber Zweitmarktpolicen werden auch von vielen Banken, darunter auch Sparkassen und Volks- & Raiffeisenbanken verkauft. Fragen Sie doch einfach den Berater Ihres Vertrauens danach! ZMA: Und was passiert, wenn ich nach Erwerb einer solchen Police Liquidität benötige? PDV: Generell ist es natürlich am besten, wenn Sie bis zum Ablauf der Police durchhalten. Ansonsten können Sie die Police aber auch jederzeit wieder auf dem Zweitmarkt veräußern. Und natürlich steht es Ihnen auch jederzeit frei, sich durch Kündigung der Police den Rückkaufswert auszahlen zu lassen. ZMA: Vielen Dank, Herr Nörtersheuser für diese Einblicke. Der Zweitmarkt ist für Investoren wirklich spannend. PDV: Das sehen wir auch so. Vielen Dank für das Gespräch.
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