Bewertungsreserven: Der Kampf um die Pfründe

von Henning Kühl | | Infos, News, policendirekt

Wie ist es eigentlich möglich, dass einzelne Versicherungsnehmer, die aus dem Vertrag ausscheiden, sich derart auf Kosten der Versichertengemeinschaft legal bereichern können, während die Versichertengemeinschaft ausblutet, es ist ein Kampf – und dies offensichtlich auch noch den Beifall der Verbraucherschützer findet?

Der stellvertretende Vorsitzende der Linkspartei-Fraktion, Dietmar Bartsch bezeichnete die Neuregelung sogar “Versicherungspfründegesetz” – dies, wohlgemerkt bei Kenntnis des Hintergrundes der Verdreißigfachung der Bewertungsreserven. Aber bedeutet Kenntnis auch Verstehen? Offenbar nicht. Denn wenn man sich mal den Zusammenhang zwischen Zinsniveau und Bewertungsreserven anschaut, wird man feststellen, dass beide Werte umgekehrt korrelieren. Denn die Bewertungsreserven wachsen genau dann, wenn die Zinsen niedrig sind.

Sie entstehen, wenn eine Kapitalanlage aktuell mehr wert ist als der Preis, zu dem sie gekauft wurde. Bei Staatsanleihen, die vor Jahren erworben wurden, ist das zurzeit der Fall – weil sie deutlich höher verzinst werden, als es am Markt heute üblich ist. Mitte 2009 betrugen sie knapp über Null Prozent. In den Jahren davor (also in der Hochzinsphase) waren sie sogar negativ, wie GDV-Präsident Erdland betont. Es könne nicht sein, so Erdland, dass einzelne Versicherte aus der Verschlechterung der Marktverzinsung auch noch Profit ziehen. Stattdessen ist es wichtig, dass wieder Gerechtigkeit für alle Versicherten hergestellt wird. Deshalb ist eine Neuregelung dringend erforderlich.

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