Rettet den Versicherungsgedanken!

von Henning Kühl | | Infos, News, policendirekt

In der Presse kann man schon täglich negative Berichte über Versicherungen lesen. Besonders bei der Lebensversicherung hat man den Eindruck, als würden diese einfach nur Geld verschwinden lassen, und der Verbraucher hätte überhaupt nichts davon: Sinkende Überschussbeteiligungen und die Diskussion um den Garantiezins sind hierfür ein Beispiel. Versicherungen werden sogar mit Banken verglichen – mit dem Ergebnis, dass diese sogar besser abschneiden. Doch rettet den Versicherungsgedanken. Denn man sich die Presseberichte so durchliest, hat man den Eindruck, dass ein wichtiger Gedanke verlorengegangen zu sein scheint: Der Gedanke des Versichertenkollektivs. Ganz besonders deutlich kam dies bei der aktuell diskutierten Neuregelung der Bewertungsreserven zum Ausdruck, wo es letztendlich darum ging, ob die Einzelinteressen ausscheidender Personen gegenüber dem Versichertenkollektiv höher bewertet werden sollen. Im Zweitmarkt für Lebensversicherungen spiegelt sich der ursprüngliche Versicherungsgedanke wider: Hier werden Policen angekauft, und zwar nicht, um diese zu kündigen, sondern mit dem Zweck, die Prämienzahlungen anstelle des ursprünglichen Versicherungsnehmers weiterzuzahlen und damit die Versicherung weiterzuführen. Damit bleibt auch nach Verkauf der Police noch ein Rest-Versicherungsschutz bestehen – und das Anlagekapital bleibt somit der Versichertengemeinschaft erhalten. Dies senkt das Kapitalanlagerisiko für alle. Auch die oft vorgenommene Unterscheidung zwischen Versicherungsnehmer und Versicherungsunternehmen ist unzutreffend: Versicherungen treffen keine Entscheidung gegen die Versicherten, denn das wäre eine Entscheidung gegen sich selbst. Sie können lediglich zwischen Alt- und Neukunden, beziehungsweise zwischen Bestands- und Stornokunden unterscheiden. Verbraucherschützer, allen voran die Verbraucherschutzzentrale Hamburg, scheinen besonders angetan von dieser Fehlinterpretation – das findet in der Presse regen Widerhall. Die letzte Oehler-Studie hatte einen Schaden i.H.v. 16 Mrd. Euro beziffert, weil Lebensversicherungen vorzeitig gekündigt werden. Man mag von dieser Interpretation und der Höhe der Zahl halten, was man will; vom Grundsatz her hat der Bamberger Finanzprofessor Recht: Jede vorzeitige Kündigung schadet nicht nur dem Versicherungsnehmer selbst – er schadet dem Versicherungsunternehmen und der Versichertengemeinschaft. Dies müsste nicht sein, wenn die Verbraucher frühzeitig über den Lebensversicherungszweitmarkt informiert wären.

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