Berufsunfähigkeitsversicherung

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Berufsunfähigkeitsversicherung: Das A und O der Arbeitswelt

zuletzt aktualisiert am 28.02.2020 - von: Manuel Reil

Übersicht: Wichtige Merkmale der Berufsunfähigkeitsversicherung

  • Jeder vierte wird laut Statistik berufsunfähig:

    Im Schnitt tritt Berufsunfähigkeit bereits mit 47 Jahren ein

  • Psychische Ursachen und Skeletterkrankungen sind die häufigsten Gründe für Berufsunfähigkeit:

    Zahl der Leistungsfälle deutlich angestiegen

  • Ausreichende Höhe der BU-Rente existenziell wichtig:

    Experten raten zu 80-90 Prozent des Nettoeinkommens

DIN Norm
Empfehlung nach DIN-Norm: „Finanzielles Grundbedürfniss“ - Dient zur Sicherung der Grundbedürfnisse eines Haushaltes. Bedarf richtet sich an staatlicher Grundversorgung.

Was ist eine Berufsunfähigkeitsversicherung und wer braucht sie?

Die Gründe für eine Berufsunfähigkeit können vielseitig sein: die Arbeitskraft steht auf dem Spiel bei einem Unfall, körperlichen Erkrankungen oder psychischen Problemen. Eine Berufsunfähigkeitsversicherung verringert die finanzielle Lücke. Denn in der Regel bezahlt der Staat nämlich nur eine geringe Erwerbsminderungsrente. Wenn der im Vertrag der angegebene Beruf nicht mehr ausgeübt werden kann, leistet die Berufsunfähigkeitsversicherung. Sinnvoll ist der Abschluss einer Berufsunfähigkeitsversicherung dabei grundsätzlich für jeden Berufstätigen  – ganz gleich, ob Arbeitnehmer oder Selbstständiger. Zu den besonders „gefährdeten“ Berufsgruppen gehören unter anderem Bauarbeiter, Handwerker und Personen in Pflegeberufen. Wichtig in dem Zusammenhang: Arbeitnehmer, die nach dem 1. Januar 1961 geboren wurden, haben zumeist keinen Anspruch auf eine staatliche Rente, wenn sie berufsunfähig werden.

Achtung

Berufsunfähig bedeutet, dass einer nicht mehr in der Lage ist, seinen Beruf auszuüben. Zum Vergleich: Die Arbeitsunfähigkeit ist vorübergehender Natur. Bei Erwerbsunfähigkeit ist der oder die Betroffene überhaupt nicht mehr in der Lage, irgendeinen Beruf auszuüben.

Relevante Kriterien für den Vergleich der Berufsunfähigkeitsversicherung

Erfahre im Folgenden, welche Faktoren für die Beitragshöhe bei der BU-Versicherung entscheidend sind.

  • Gewünschte Berufsunfähigkeitsrente:

    Die Höhe der gewünschten monatlichen Rente ist entscheidend, klar: Je höher die gewünschte Rente, desto höher auch die Versicherungsbeiträge.

  • Alter des Versicherungsnehmers:

    Mit zunehmendem Alter des Versicherungsnehmers steigt die Wahrscheinlichkeit der Berufsunfähigkeit und damit auch die Prämien. Empfehlung: Treffe früh Vorsorge und schließe schon in jungen Jahren eine private Berufsunfähigkeitsversicherung ab.

  • Berufsgruppe:

    Auch die ausgeübte Tätigkeit hat Auswirkungen auf die Höhe der Beiträge. Bauarbeiter zahlen entsprechend mehr für den Schutz als Physiker.

Tipp:

Neben der eigenständigen BU-Versicherungen, besteht die Möglichkeit, Kapitallebensversicherungen oder Rentenpolicen mit einer sogenannten Berufsunfähigkeitszusatzversicherung abzuschließen. Weitere mögliche Komponenten sind hier Unfallzusatzschutz und Hinterbliebenenschutz.

Welche Risiken versichert die Berufsunfähigkeitsversicherung?

Unter Berufsunfähigkeit versteht man die dauernde krankheits-, unfall- oder invaliditätsbedingte Unfähigkeit einer Person, ihrer beruflichen Tätigkeit aktiv nachzugehen. Das kann bei einer schweren Erkrankung oder nach einem Unfall der Fall sein. Der Verlust von 50 Prozent der Arbeitskraft ist dabei Voraussetzung dafür, dass die BU bezahlt. Hinzu kommt die Bedingung des Prognosezeitraumes. Ein Arzt muss hier bestätigen, dass der Beruf voraussichtlich innerhalb eines festgelegten Zeitraumes (z.B. drei Jahre) nicht mehr ausgeübt werden kann. Erst dann hat der Versicherte Anspruch auf Leistungen.

Hinweis: In den letzten Jahren ist die Zahl der Leistungsfälle durchschnittlich um etwa ein Fünftel angestiegen (von 34.000 auf 40.200 Fälle im Jahr 2014). Die Gruppe der 56-60-Jährigen ist überdurchschnittlich vertreten.

Wie hoch sollte die Berufsunfähigkeitsrente sein?

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Interessant für die Berechnung der optimalen Rentenhöhe sind vor allem die Einnahmequellen außerhalb der eigentlichen Berufstätigkeit (Vermietung, Unterhalt etc.). Auch das Wohneigentum oder finanzielle Rücklagen sollten für die Wahl einer angemessenen Rentenhöhe hinzugezogen werden. Letztendlich ist natürlich auch die Erwerbsminderungsrente der Deutschen Rentenversicherung, die man im Falle einer Berufsunfähigkeit erhalten würde, von Bedeutung.

Achtung:

Die monatliche Rente sollte auf keinem Fall zu gering gewählt werden. Denn diese wird in jedem Fall auf die Grundsicherung angerechnet. Das heißt bei zu gering gewählter Höhe würde der Abschluss einer Berufsunfähigkeit dann gar keinen Sinn machen.

Achte auch auf eine Beitragsdynamik (z.B. Erhöhung alle zwei Jahre um fünf Prozent). Begegne so der Gefahr, durch Inflation unterm Strich zu wenig Einkünfte zu haben. Versicherbar sind je nach Berufsunfähigkeitsversicherung etwa 50 bis 75 Prozent des Bruttoeinkommens. Experten raten zu einer Rentenhöhe von 80 bis 90 Prozent des aktuellen Nettoeinkommens.

Tipp:

Versicherte sollten darauf achten, dass in der Police nicht von einer sogenannten abstrakten Verweisung die Rede ist. In diesem Fall hat die Versicherung die Option, die Rentenzahlung abzulehnen, wenn der Versicherungsnehmer auf eine alternative Tätigkeit verwiesen werden kann, die er trotz seiner Erkrankung ausführen kann. Diesbezüglich spielt es keine Rolle, ob der Versicherte faktisch eine Stelle findet.

Kurz und knapp:

  • Höhe der BU-Rente ist individuell zu ermitteln

  • Abhängig von weiteren Einkünften (z.B. Vermietung), Eigentum und Finanzreserven

  • BU-Rente sollte keinesfalls zu gering gewählt werden,

  • Beitragsdynamik (regelmäßige Erhöhung der Beiträge) mitunter empfehlenswert

  • Versicherbar sind 50-75 Prozent des Bruttoeinkommens

Was kostet eine Berufsunfähigkeitsversicherung?

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Neben der gewünschten Rentenhöhe, dem Alter des Versicherungsnehmers und dem Beruf ist auch der Zeitpunkt bis zu dem Versicherungsschutz bestehen soll, von entscheidender Bedeutung. Erfahrungsgemäß kann hier die Wahl zwischen dem 60. und dem 67. Lebensjahr getroffen werden. Wer bis zum 67. Lebensjahr die Berufsunfähigkeitsrente ausgezahlt haben möchte, zahlt allerdings deutlich mehr. Als junger Arbeitnehmer unter 30 Jahren zahlen Sie für eine Rente von 1.250 Euro in einer Tätigkeit ohne besonderes Risiko etwa 50 bis 70 Euro im Monat. Spürbar teurer wird es bei gleicher Versicherungssumme mit etwa 45 Jahren. Hier musst du unter Umständen monatlich 100 Euro Beitrag bezahlen.

Wie komme ich Schritt für Schritt zu einer günstigen Berufsunfähigkeitsversicherung?

Beachte die folgenden Schritte auf dem Weg zu einer günstigen und leistungsstarken Berufsunfähigkeitsversicherung:  

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  • BU-Rentenhöhe ermitteln:

    Mache dir zunächst Gedanken darüber, wie hoch der finanzielle Bedarf ist. Ermittle hierzu, wie hoch die Leistung der gesetzlichen Erwerbsminderungsrente der Deutschen Rentenversicherung ausfallen würde. Überdies sind weitere Einkünfte (z.B. Vermietung) sowie Eigentum und finanzielle Reserven in die Berechnung der Beitragshöhe zu berücksichtigen. Was dir dann noch fehlt zum aktuellen Einkommen, sollte die BU abdecken.

  • Vergleich für Berufsunfähigkeitsversicherung durchführen:

    Ermittle im Berufsunfähigkeitsversicherungs-Vergleich die günstigsten und leistungsstärksten BU-Tarife.

  • Berufsunfähigkeitsversicherung abschließen:

    Im letzten Schritt müssen die persönlichen Eckdaten wie das Geburtsjahr sowie die Beschäftigung angegeben werden. Hierbei handelt es sich um entscheidende Faktoren für die zu zahlenden BU-Beiträge. Zu guter Letzt muss dann eine Entscheidung getroffen werden.

Wie kann ich eine Berufsunfähigkeitsversicherung kündigen?

Die Berufsunfähigkeitsversicherung kann im Regelfall flexibel gekündigt werden. Beachten Sie hier die Kündigungsfrist.

Achtung:

Mit Kündigung gehen der Versicherungsschutz und sämtliche bezahlte Beiträge komplett verloren.

Im Falle einer Berufsunfähigkeit bleibt dir dann die Erwerbsminderungsrente der Deutschen Rentenversicherung. Diese deckt aber erfahrungsgemäß allenfalls ein Drittel des letzten Bruttoeinkommens. Finanzielle Engpässe können meist ohne Kündigung der BU über Beitragsfreistellung überbrückt werden. Zur Kündigung sollte der Versicherte einen Brief (möglichst als Einschreiben) an seine Versicherung schicken und dort alle notwendigen Angaben auflisten (z.B. Kündigungsdatum, Name und Adresse des Versicherungsnehmers, Versicherungsnummer). Unter Umständen kann auch eine Kündigung per E-Mail genügen. Ein Grund muss bei fristgerechter Kündigung nicht genannt werden.

3 Tipps zur Berufsunfähigkeitsversicherung

Ein BU-Abschluss ist einfach aber nicht trivial. Folgende Tipps können Ihnen dabei helfen, die richtige Entscheidung zu treffen:

  • Regelmäßig Rentenhöhe auf Aktualität überprüfen:

    Die eigene Lebenssituation kann sich schnell verändern – ganz gleich, ob Partner, Kinder oder andere Vorkommnisse ins Spiel kommen. Wichtig ist es deshalb, eine einmal abgeschlossene BU hinsichtlich der optimalen Berufsunfähigkeitsrente immer im Blick zu behalten. Wer eine Familie hat, sollte die Rentenhöhe gegebenenfalls anpassen.

  • Dynamische Beitragsregelung wählen:

    Eine dynamische Beitragsregelung kann steigenden Ansprüchen und den Auswirkungen der Inflation begegnen. Wer alle zwei Jahre beispielsweise um fünf Prozent erhöht, kann hier schon viel bewirken und seine BU-Rente damit automatisch steigern.

  • Gesundheitsprüfung ernstnehmen:

    Bevor ein Vertrag mit dem Versicherer zustande kommen kann, muss der Antragsteller eine Gesundheitsprüfung über sich ergehen lassen. Ehrliche und vollständige Angaben sind hier von zentraler Bedeutung. Wer hier lügt, riskiert im Falle einer Berufsunfähigkeit seine BU-Rente.

Häufige Fragen zur Berufsunfähigkeitsversicherung

Im Grunde für alle berufstätigen Personen. Nicht nur Arbeitnehmer, sondern auch Beamte und Selbstständige sollten die Möglichkeit nutzen, und eine BU abschließen. Gerade für junge Leute ist der Abschluss einer BU wegen niedriger Beiträge äußerst attraktiv.

Eine Berufsunfähigkeitsversicherung bietet Schutz vor dem sozialen und wirtschaftlichen Abstieg, wenn man seinen Beruf nicht mehr ausüben kann. Der häufigste Grund für Berufsunfähigkeit sind heute psychische Erkrankungen sowie Nervenkrankheiten (ca. 28 Prozent). Aber auch Erkrankungen des Skelet- und Bewegungsapparates (ca. 22 Prozent) und Krebs (ca. 15 Prozent) sind häufig Ursache dafür, dass Menschen berufsunfähig werden.

Ja, das ist grundsätzlich möglich. Bei der BU für Angestellte können maximal 1.900 Euro im Jahr abgesetzt werden, sofern dieser Betrag für Kranken- oder Pflegeversicherung noch nicht ausgeschöpft ist. Für Beamte, Selbstständige und Freiberufler gilt im Grunde dieselbe Bedingung, allerdings beträgt hier das Limit 2.800 Euro im Jahr.

Der Versicherungsschutz erlischt durch einen Berufswechsel grundsätzlich nicht. Sie sind aber in der Pflicht, der Versicherung dies mitzuteilen. Gegebenenfalls wird diese die Beiträge entsprechend anpassen.

In diesem Fall erhälst du lediglich die Leistungen der gesetzlichen Rentenversicherung (Erwerbsminderungsrente der Deutschen Rentenversicherung). Die liegt in der Regel bei zirka einem Drittel des letzten Bruttogehaltes.

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