Riester-Rente

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Versorgungslücke im Alter schließen – mit staatlicher Förderung

zuletzt aktualisiert am 27. Dez 2018 @ 11:48 – von:  Manuel Reil

Übersicht: Wichtige Merkmale der Riester-Rente

  • Gut abgesichert im Alter: Riester-Rente soll im Rentenalter die Versorgungslücke zwischen gesetzlicher Rente und tatsächlichem Rentenbedarf
  • Zuschüsse sichern und sparen: Maßnahme der privaten Altersvorsorge – staatlich gefördert (Erhöhung der Zulage auf 175 Euro pro Jahr ab 2018)
  • Frühzeitig für Absicherung sorgen: Während des Berufslebens wird monatlich eingezahlt; ab Renteneintritt erfolgt monatliche Auszahlung (anteilige Einmalzahlung von max. 30 Prozent bei Renteneintritt möglich)
DIN*Empfehlung nach DIN-SPEC: „Lebensstandard erhalten“ Dient zum Erhalt des aktuellen Standards. Bedarf richtet sich nach monatlichem Einkommen.

Was ist die Riester-Vorsorge?

Die Riester-Rente ist eine Form der privaten Altersvorsorge und soll die Versorgunglücke zwischen der gesetzlichen Rente und dem tatsächlich notwendigen finanziellen Bedarf im Alter schließen. Das System wurde vom ehemaligen Bundesminister für Arbeit und Sozialordnung, Walter Riester, im Jahr 2001 entwickelt. Zielgruppe dieser privaten Vorsorgemaßnahme fürs Alter sind Arbeitnehmer und Beamte. Der Clou am Riestern besteht darin, dass der vom Versicherungsnehmer angesparte Betrag durch staatliche Förderungen aufgestockt wird.

Wie vergleiche ich die Riester-Versicherung?

Damit die Riester-Anbieter ein individualisiertes Angebot erstellen können, muss der Antragsteller zunächst einige Angaben zu seiner Person eingeben. Aber welche Kriterien haben Einfluss auf die Berechnung der Beiträge für die Riester-Rente? Natürlich spielt das Alter des Versicherten eine wesentliche Rolle. Schließlich bemisst sich daran, wie viele Jahre theoretisch noch bis zum Renteneintritt verbleiben. Davon lässt sich dann entsprechend ableiten, wie hoch der jährliche Eigenbeitrag sein muss, um inklusive Zulagen und Steuervorteil im Alter eine angestrebte Rente erreichen zu können. In diesem Zusammenhang muss natürlich auch berücksichtigt werden, wie viele Kinder der Versicherte hat. Wichtig ist zunächst, dass die Voraussetzungen für die Förderung der Riester-Rente vorliegen. Seit Anfang des Jahres sollen die sogenannten Produktinformationsblätter (PIB) die Beurteilung und den Vergleich der Produkte erleichtern. Sämtliche Riester-Produkte gibt es jetzt nur noch mit Beipackzettel. Der Vergleich soll jetzt besser funktionieren durch einheitliche Informationen zu
  1. Produktbeschreibung
  2. Chancen-Risiko-Klasse
  3. Basisdaten
  4. Steuerlicher Förderung
  5. Beispielrechnung
  6. Daten
  7. Anbieterwechsel/ Kündigung
  8. Effektivkosten.

Wer braucht eine Riester-Altersvorsorge?

Wer braucht eine Riester-Altersvorsorge? Viele Arbeitnehmer erhalten ab Erreichen des Rentenalters nur eine sehr niedrige monatliche Rente. Nicht selten kommt es vor, dass die Rentenzahlungen durch staatliche Zuwendungen aufgestockt werden müssen Um hier entgegenzuwirken, wurde im Jahr 2001 die Riester-Rente eingeführt. Sie kann auf freiwilliger Basis abgeschlossen werden. Um allerdings einen Anreiz zu schaffen, sich für diese Art der privaten Altersvorsorge zu entscheiden, werden von staatlicher Seite attraktive Zuschüsse gewährt. Geeignet ist die Riester-Rente im Prinzip für alle Arbeitnehmer, die in die gesetzliche Rentenversicherung einzahlen. Es gibt darüber hinaus auch für Auszubildende, Beamte und Selbstständige die Möglichkeit, eine Riester-Rente abzuschließen. Die Riester-Rente soll die Lücke schließen zwischen gesetzlicher Rentenzahlung und tatsächlichem Rentenbedarf im Alter. Die Deutsche Rentenversicherung informiert Sie jährlich, wie hoch die monatliche Rente aus der gesetzlichen Rentenversicherung bei Rentenbeginn ausfällt. Um im Lebensstandard keine Einbußen zu haben, sollte sich jeder mit dem Thema private Vorsorge auseinandersetzen. Die Riester-Rente bietet hier eine gute Lösung, die drohende Versorgungslücke zu schließen.
TIPP:

Mit dem Abschluss einer Riester-Rente sollte nicht zu lange gewartet werden. Je eher man anfängt, monatlich fürs Alter zu sparen, desto geringer kann die monatliche Belastung gewählt werden. Außerdem profitiert man dann über einen längeren Zeitraum von den jährlichen staatlichen Zuwendungen.

Was ist vor dem Abschluss einer Riester-Zulage zu beachten?

Der Abschluss der Riester-Rente kann zu jedem Zeitpunkt erfolgen. Es gilt jedoch der Grundsatz, dass eine ausreichende monatliche Rente umso einfacher zu erwirtschaften ist, je früher man startet. Nachdem man den Vertrag für die Riester-Rente abgeschlossen hat, zahlt der Versicherungsnehmer jeden Monat einen vorher vereinbarten festen Betrag. Die Einzahlung erfolgt so lange, bis der Versicherte das Renteneintrittsalter erreicht. Meist ist ein Mindestalter von 62 Jahren für die Auszahlung vorgeschrieben. Ist das Rentenalter erreicht, erfolgt eine monatliche Auszahlung der privaten Rente – zusätzlich zur gesetzlichen Rente. Diese Rentenzahlung endet grundsätzlich erst mit dem Tod des Versicherten. Schon bei Vertragsabschluss kann man sich ausrechnen lassen, wie hoch der monatliche Einzahlbetrag sein muss, um im Alter auf den notwendigen Rentenbetrag (von z.B. 1.000 Euro) zu kommen. Optional kann im Vertrag eine Berufsunfähigkeits- bzw. Hinterbliebenenversicherung abgeschlossen werden. Zum Rentenbeginn steht dabei mindestens die Summe aller vom Versicherten vorgenommen Einzahlungen zuzüglich der staatlichen Zulagen zur Verfügung.

ACHTUNG:

Mit Renteneintritt hat der Versicherte darüber hinaus die Möglichkeit, sich bis zu 30 Prozent des angesparten Kapitals als Einmalzahlung auszahlen zu lassen. Doch Vorsicht: Im Jahr der Entnahme erhöht sich natürlich die Steuerlast erheblich.

Wie funktioniert die staatliche Förderung bei der Riester-Rente?

Der besondere Vorteil bei der Riester-Rente besteht darin, dass der Versicherte im Rentenalter nicht nur von seinen eingezahlten Beiträgen, sondern darüber hinaus auch noch von den großzügigen staatlichen Förderungen profitiert. Ebenfalls können gezahlte Riester-Beiträge als Sonderausgaben steuerlich geltend gemacht werden. Die Riester-Rente ist vor allem wegen der staatlichen Zuschüsse besonders attraktiv. So unterstützt der Staat die Vorsorgepläne der Versicherten auf zwei Weisen. Zum einen gibt es die jährlichen Zulagen und zum anderen können Riester-Kunden von Steuervorteilen profitieren. Die jährliche Grundzulage beträgt – wenn genügend eingezahlt wurde – pro Person 175 Euro. Hinzu kommt die Zulage für Kinder. Diese beträgt bei Kindern, die bis Ende 2007 geboren wurden, 185 Euro pro Kind und für danach (Änderung: ab 2008) geborene Kinder sogar 300 Euro pro Kind. Hinsichtlich des Steuervorteils können keine pauschalen Aussagen getroffen werden. Hier kommt es auf den persönlichen Einkommenssteuersatz an. Vom rentenversicherungspflichtigen Einkommen können vier Prozent von der Steuer abgesetzt und in die Riester-Rente angelegt werden.

ACHTUNG:

Der Steuervorteil wird grundsätzlich um die Höhe der erhaltenen staatlichen Zulagen verringert. Die maximale steuerliche Förderung beträgt 2.100 Euro.

Hinweis:

Es ist allerdings zu berücksichtigen, dass die Rentenzahlungen, die als Riester-Rente später ausgezahlt werden, wiederum versteuert werden müssen. Im Rentenalter werden jedoch im Regelfall  niedrigere Steuersätze gezahlt.

Kinder senken den geforderten Eigenanteil spürbar

Welche monatlichen Kosten kommen für die Riester-Rentenversicherung auf mich zu?

Wie hoch die monatlichen Beiträge für die Riester-Rente sein sollen, bestimmt im Grunde allein der Versicherte selbst. Grundlage für die Höhe des monatlichen Einzahlbetrags ist natürlich der Wunschbeitrag, der im Rentenalter jeden Monat ausgezahlt werden soll. Entscheidend ist hierfür insbesondere die Zeit (Anzahl in Jahre), bis der Versicherungsnehmer das Renteneintrittsalter erreicht hat. Wer in jungen Jahren mit der Riester-Rente beginnt, kann schon mit geringen Beiträgen im Monat langfristig viel erreichen. Außerdem profitiert man so länger von den staatlichen Zuschüssen und von den Steuervorteilen. Als Arbeitnehmer fortgeschrittenen Alters ist dagegen ein deutlich höherer monatlicher Versicherungsbeitrag notwendig, um im nicht mehr weit in der Zukunft liegenden Rentenalter trotzdem noch die gewünschte Rentenzahlung erreichen zu können. Um die vollen Zulagen vom Staat zu erhalten, müssen Sie vier Prozent des Einkomens in die Riester-Rente einbezahlen, bei 40.000 Euro Jahresgehalt sind das entsprechend 1.600 Euro.

Schritt für Schritt erklärt: Wie komme ich zum eigenen Riester-Vertrag?

Der Weg zum eigenen Riester-Vertrag ist nicht schwierig. In wenigen Schritten ist das Ziel, etwas für die private Altersvorsorge getan zu haben, erreicht.
  • Schritt 1: Höhe der gesetzlichen Rente ermitteln Zunächst einmal sollte der Riester-Interessent feststellen, wie groß das finanzielle Loch im Rentenalter ist. Das erfordert als erstes einen Blick in die Daten der Deutschen Rentenversicherung. Dort kann man sich jederzeit informieren, wie hoch die gesetzliche Rente im Monat zum aktuellen Zeitpunkt bzw. zum Renteneintrittsalter ausfallen würde.
  • Schritt 2: Versorgungslücke bestimmen Oft wird schon beim Blick auf die zu erwartende gesetzliche Rente klar, dass diese Summe nicht ausreicht, um den derzeitigen Lebensstandard halten zu können. Zumindest sollte die Riester-Rente die Differenz zwischen dem jetzigem Einkommen und der gesetzliche Rente auffangen.
  • Schritt 3: Riester-Anbieter miteinander vergleichen Steht fest, wie hoch die monatliche Rente später sein soll bzw. wie hoch der Betrag ist, den man aktuell einzahlen kann, kann man sich daranmachen, die verschiedenen Riester-Anbieter miteinander zu vergleichen.

Häufige Fragen zur Riester-Rente

Die Riester-Rente lohnt sich im Prinzip für alle, die förderungsberechtigt sind. Dazu zählen insbesondere alle Arbeitnehmer, die in die gesetzliche Rentenversicherung einbezahlen. Der eigentliche Profit aus der Riester-Rente ergibt sich nämlich einerseits aus den steuerlichen Vorteilen und andererseits aus den staatlichen Zuschüssen. Gerade für Gutverdiener ist dabei die Tatsache erfreulich, dass die gesamten Beträge abgesetzt werden können.
Die staatliche Grundzulage beträgt seit 2008 exakt 154 Euro pro Jahr. Hinzu kommen 185 Euro pro Kind, das bis Ende 2007 geboren wurde sowie 300 Euro pro Kind, das ab 1. Januar 2008 geboren wurde. Um die staatliche Förderung zu erhalten, muss der ausgefüllte Zulagenantrag beim jeweiligen Riester-Anbieter abgegeben werden. Von dort aus erfolgt die Weiterleitung zur Zulagenstelle (ZfA). Hier wird die genaue Berechnung der Zulagenhöhe durchgeführt und anschließend wird die Zulage an den Riester-Anbieter ausbezahlt. Zuletzt erfolgt dann die Gutschrift im Vertrag beim Versicherten.
Die Riester-Anbieter schreiben im Regelfall eine monatliche Mindesteinzahlung in Höhe von 5 Euro (= 60 Euro jährlich) vor. Im Prinzip können die Riester-Anbieter den Mindestbetrag jedoch flexibel festlegen.
Grundsätzlich gilt, dass die Riester Rente möglichst im jungen Alter abgeschlossen werden sollte. Dann lassen sich mit niedrigen monatlichen Beiträgen bereits beachtliche Rentenbeträge auf langfristige Sicht erwirtschaften. Je älter der Versicherte, desto höher müssen natürlich die Versicherungsbeiträge sein, um im kürzeren Zeitraum das Rentenziel zu erreichen.
Ja, das ist grundsätzlich möglich und sogar üblich. Viele Verträge für die Riester-Rente enthalten zusätzlich eine Berufsunfähigkeits- und/oder Hinterbliebenenversicherung. Im Gesamtpaket ergeben sich für den Versicherten meist günstigere Tarife, als wenn jeder Versicherungsvertrag eigenständig abgeschlossen worden wäre.

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Manuel ReilManuel Reil Als gelernter Versicherungs-Kaufmann bin ich seit über 10 Jahren in der Versicherungswelt tätig. Zu meinen Spezialgebieten zählen die Sachversicherungen sowie alle Themen rund um die Altersvorsorge. Zu Manuel’s Profil »
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