Pflegezusatzversicherung

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Privat versorgen – die Kostenlücke schließen

zuletzt aktualisiert am 11. Sep 2019 @ 08:11 – von:  Manuel Reil

Übersicht: Wichtige Merkmale der Pflegezusatzversicherung

  • Den bestmöglichen Schutz genießen: Pflegezusatzversicherung schließt die Lücken der gesetzlichen Versorgung
  • Monat für Monat von Leistung profitieren: Mehrere hundert Euro pro Monat im Pflegefall
  • Geldbeutel bereits frühzeitig entlasten: Kosten sparen durch frühen Einstieg in die private Pflegeversicherung
  • Optimale Variante nutzen: Drei Varianten: Pflegetagegeldversicherung, Pflegerentenversicherung, Pflegekostenversicherung
DIN *Empfehlung nach DIN-Norm: „Lebensstandard erhalten“ Dient zum Erhalt des aktuellen Standards. Bedarf richtet sich nach monatlichem Einkommen.

Was ist eine Pflegezusatzversicherung?

Jeder, der eine Krankenversicherung hat, zahlt auch in die gesetzliche Pflegeversicherung. Diese Teilkaskoversicherung übernimmt im Pflegefall nicht alle Kosten. Deswegen stellt die Pflegezusatzversicherung eine wichtige Ergänzung dar.

Wie vergleiche ich die Pflegeversicherung richtig?

Um eine eventuell später bestehende Lücke zu schließen, ist es wichtig, sich mit dem Thema Pflege-Zusatzversicherung auseinander zu setzen. Für den Anfang ist es zunächst wichtig, zu wissen, welche Arten von Pflegeversicherungen es im privaten Bereich gibt. Gewählt werden kann immerhin aus drei verschiedenen Modellen. Diese unterscheiden sich in einigen Punkten erheblich. Die folgenden Fragen sind entscheidend:
  • Welche Leistungen gibt es bei Pflegegrad 1-5?
  • Inwiefern sind die Zahlungen des Versicherers zweckgebunden?
  • Gibt es die Möglichkeit, sich diese Art der privaten Vorsorge vom Staat bezuschussen zu lassen?

Was ist versichert?

Die Pflegezusatzversicherung schließt die Kostenlücke durch die Kostenübernahme in folgenden Bereichen:
  • Bei ambulanter und stationärer Pflege: Kommt es zu einem Pflegefall, kann die Kostenlücke und damit die Differenz zwischen dem, was die gesetzliche Pflegeversicherung trägt und den tatsächlichen Pflegekosten sehr hoch sein. Bereits bei Erreichen des ersten Pflegegrades können sich die Kosten auf mehrere hundert Euro pro Monat belaufen. Sollte eine ambulante oder stationäre Pflege erforderlich sein, macht die private Pflegeversicherung Sinn. Ansonsten müssen die sich aus der Kostenlücke ergebenden Beträge entweder vom Betroffenen selbst oder durch die Angehörigen des Pflegebedürftigen übernommen werden.
  • Bei Demenz: Auch für den Fall einer Demenz macht eine Pflegeversicherung Sinn. Demenzkranke erhalten mit dem neuen Pflegestärkungsgesetz II, das 2017 in Kraft getreten ist, automatisch den nächst höheren Pflegegrad zugewiesen. Die Leistungen, die Betroffene von der gesetzlichen Pflegeversicherung erhalten, sind jedoch vergleichstweise gering, so dass die Kostenlücke schnell sehr groß werden kann. Auch wenn es immer wieder deutliche Verbesserungen hinsichtlich der Definition von Pflegebedürftigkeit gibt, ist mit Unterversorgung zu rechnen.
Es lohnt sich also, selbst aktiv zu werden und Leistungen zu vergleichen. Schließe die Kostenlücke und sorge so verantwortlich vor.

Warum brauche ich eine Pflegezusatzversicherung?

Experten weisen immer wieder darauf hin, wie wichtig es ist, frühzeitig eine Pflegezusatzversicherung abzuschließen. Denn mit zunehmendem Eintrittsalter steigen auch die Beitragskosten. Dies hat mit den Beitragsberechnungen der Pflegeversicherer zu tun. Für viele Unternehemen ist die Differenz zwischen den Jahren der Beitragszahlung und dem möglichen Eintritt einer Pflegebedürftigkeit entscheidend. Die Leistungen der gesetzlichen Pflegeversicherung haben sich mit dem Pflegestärkungsgesetz etwas verbessert, sind nach wie vor aber überschaubar und reichen nicht aus:
Monatliche Leistungen (ambulant)
PG 1
PG 2
PG 3
PG 4
PG 5
Geldleistungen
316€
545€
728€
901€
Sachleistungen
689€
1.298€
1.612€
1.995€
Monatliche Leistungen (stationär)
PG 1
PG 2
PG 3
PG 4
PG 5
Leistungen teilstationär
689€
1.298€
1.612€
1.995€
Leistungen stationär
125€
770€
1.262€
1.775€
2.005€
Die Einteilung in die Pflegegrade richtet sich nicht mehr ausschließlich nach dem zeitlichen Aufwand für die Pflege. Folgende Punkte sind nunmehr entscheidend:
  • Kognitive und kommunikative Fähigkeiten
  • Selbstversorgung und Gestaltung des Alltags
  • Verhaltensweisen und psychische Probleme
  • Umgang mit krankheits-/ und therabiebedingten Andorderungen
  • Mobilität

Welche Vorteile hat eine Pflegezusatzversicherung für mich?

In drei Varianten erweitert die Pflegezusatzversicherung die Leistungen der gesetzlichen.
  1. Pflegetagegeldversicherung
  2. Pflegerentenversicherung
  3. Pflegekostenversicherung
Pflegetagegeldversicherung:
  • starres Modell oder flexibel
  • Leistungen sind völlig frei verfügbar; über das Pflegegeld kann kann frei verfügt werden.
  • Leistungen sind entsprechend der Pflegegrade gestaffelt (starres Modell)
  • Leistungshöhe bei jeweiligen Pflegegrade frei wählbar (flexibles Modell)
Das Pflegetagegeld mit starrem Modell ist bei der privaten Pflegeversicherung am weitesten verbreitet. Typisch ist, dass der Versicherte im Pflegefall nicht selbst bestimmen kann, bis zu welcher Höhe die Leistungen übernommen werden. Lediglich für den höchsten Pflegegrad können die Leistungen individuell vereinbart werden. Deswegen ist hier auch von der starren Pflegegeld-Versicherung die Rede. Wie die Leistungen ausfallen, hängt mit der Staffelung der Pflegegrade zusammen. Beim flexiblen Tagegeld kann der Versicherte die Höhe des Tagegeldes beim Pflegetagegeld selbst festlegen. Ausbezahlt wird dieses Pflegetagesgeld dann, wenn eine Pflegebedürftigkeit besteht. Indem der Versicherungsnehmer festlegt, wie hoch das Pflegetagegeld sein soll, bestimmt er gleichzeitig mit, wie die Kosten für die Pflegezusatzversicherung aussehen. Eine besondere Form des Pflegetagegeldes stellt der sogenannte Pflege-Bahr dar. Bei diesem erhalten Versicherte einen staatlichen Zuschlag von bist zu 60 Euro im Jahr. Pflegerentenversicherung:
  • Leistung bereits bei mittelschwerer Demenz, auch wenn gesetzliche Bedingungen für entsprechenden Pflegegrad noch nicht vorliegen
  • ab Rentenbezug müssen keine Beiträge mehr bezahlt werden
  • deutlich höhere monatliche Beiträge als beim Pflegetagesgeld
  • bei Zahlungsnotstand vorübergehende Beitragsfreistellung möglich

ACHTUNG:

Wenn die Beitragszahlungen vorübergehend eingestellt werden, verringert sich dadurch die Pflegerente.

Die Pflegerente unterscheidet sich von der vorherigen Variante dadurch, dass nicht die auszuzahlende Rente, sondern die vom Kunden zu zahlenden Beiträge im Vorfeld festgelegt werden. Bei dieser Regelung wird im Falle der Pflegebedürftigkeit später auf dieser Basis eine lebenslange steuerfreie Rente ausgezahlt. Pflegekostenversicherung:
  • Übernahme der Höhe der Pflegekosten frei wählbar
  • Versicherungsbeiträge ergeben sich aus gewählten Leistungen
  • gleichzeitige Erhöhung von Kosten für Pflegedienstleistungen und Leistungen aus der Pflegekostenversicherung
  • Versicherungsnehmer kann nicht frei über sein Geld bestimmen
Die dritte Variante im Bereich der privaten Pflegezusatzversicherung ist die Pflegekostenversicherung. Diese zeichnet sich dadurch aus, dass das Versicherungsunternehmen für die Pflege einen zuvor festgelegten Prozentsatz der tatsächlichen Kosten beim Eintreten einer Pflegebedürftigkeit übernimmt.

Was kostet eine Pflegezusatzversicherung?

Wer plant, im Falle einer Pflegebedürftigkeit gut versorgt sein, startet üblicherweise einen Pflegezusatzversicherungs-Vergleich. Wie hoch sind die Beiträge? Worin unterscheidet sich ein eventuelles Pflegetagegeld? Die Frage, wie sich der Beitrag zur Pflegezusatzversicherung zusammensetzt, hängt natürlich nicht nur vom jeweiligen Versicherer ab. Folgende Faktoren spielen bei Zustandekommen der Pflegezusatzversicherungskosten eine Rolle:
  1. Eintrittsalter der versicherten Person
  2. Vereinbarte Pflegeleistung
  3. evtl. Gesundheitszustand des Antragsstellers
Jeder Versicherer ermittelt für seine Antragssteller einen sogenannten Risikobeitrag. Dieser ergibt sich aus dem Eintrittsalter der Pflegebedürftigkeit. Aus diesem berechnen die Versicherungsunternehmen in Anlehnung der kalkulierten Restvertragslaufzeit, wie wahrscheinlich der Eintritt einer möglichen Pflegebedürftigkeit ist. Ob der Gesundheitszustand des Antragsstellers eine Rolle spielt, ist abhängig vom gewählten Versicherungs-Modell. Während bei der Pflegerente und dem Pflegetagegeld eine Gesundheitsprüfung üblich ist, sieht das beim „Pflege-Bahr” anders aus. Das 2013 eingeführte Absicherungsmodell hat dadurch aber auch einige Nachteile. So sind viele Versicherungsgesellschaften hinsichtlich der Absicherungshöhe sehr zurückhaltend und zahlen kaum mehr als die gesetzliche Mindestleistung.

TIPP:

Für sämtliche Modelle gilt: Je jünger der Versicherungsnehmer bei Vertragsabschluss ist, umso niedriger ist der Beitrag. Außerdem spielt die vereinbarte Pflegeleistung eine große Rolle.

Wie kann ich bei der Auswahl Geld sparen?

Bestimmte Tarife privater Zusatzversicherungen werden staatlich gefördert. Mit der Pflegereform 2013 trat das Pflege-Neuausrichtungsgesetz in Kraft. Dieses sieht eine Förderung der privaten Pflegeversicherung vor. Wer als Versicherter einen monatlichen Eigenanteil von mindestens 10 Euro leistet, bekommt vom Staat einen Zuschuss von weiteren 5 Euro. Allerdings gilt dies nur dann, wenn man sich für eine bestimmte Variante des Pflegetagesgeldes entscheidet.

Vergewissern Sie sich ob alle Angaben richtig sind:

Weil diese Reform durch den damaligen FDP-Bundesgesundheitsminister Daniel Bahr zustande kam, trägt sie auch den Beinamen „Pflege-Bahr".

Finanzexperten weisen immer wieder darauf hin, wie wichtig es ist, sich für einen guten Anbieter zu entscheiden. Dazu gehört zum einen, dass die Pflege-Versicherung nicht zu teuer ist. Aber auch Kundenfreundlichkeit ist wichtig, sollte man seine Zusatzversicherung später in Anspruch nehmen. Niedrige Beitragshöhe:
  • Schließe den Vertrag so früh wie möglich ab
  • Entscheiden Sie sich für einen flexiblen Tarif
  • Überlege, ob ein Tarif mit staatlicher Förderung in Frage kommt
  • Führe vor Abschluss der Versicherung einen Kostenvergleich durch
Leistungen im Ernstfall:
  • Bevorzuge Tarife ohne Wartezeiten
  • Achte darauf, dass Sie auch bei Demenz Leistungen erhälst
  • Achte auf die ortsunabhängige Kostenübernahme (Somit werden Leistungen erbracht – egal ob Sie zu Hause, bei Angehörigen oder im Pflegeheim betreut werden)
  • Auch ein europaweiter Versicherungsschutz ist wichtig (z.B. falls ein Umzug ins europäische Ausland stattfindet)
  • Achte auch auf eine Kostenübernahme unabhängig von den pflegenden Personen (Dann werden Leistungen erbracht – unabhängig davon, ob Sie von Angehörigen, vom Pflegedienst oder einem Pflegeheim betreut werden)
  • Stelle sicher, dass Tarifänderungen ohne erneute Gesundheitsprüfung möglich sind (Bei steigenden Pflegekosten besteht so die Möglichkeit einer Erhöhung)
  • Achten Sie darauf, dass Ihre Zusatzversicherung an der Einstufung der gesetzlichen Pflege (Pflegestufe) folgt
  • Achten Sie möglichst darauf, dass sämtliche Pflegegrade abgedeckt sind

Schritt für Schritt erklärt: Wie komme ich zu einer günstigen Pflegezusatzversicherung?

  • Geben Sie Ihre Daten in den Vergleichsrechner ein.
  • Wählen Sie Ihren bevorzugten Tarif.
  • Schließen Sie direkt online ab.

Häufige Fragen zur Pflegezusatzversicherung

Damit Sie den Überblick im Bereich Pflegeversicherung erhalten, haben wir hier nochmal die wichtigsten Fakten für Sie zusammengetragen:
Bei Pflegebedürftigkeit entstehen schnell hohe Kosten. Nur ein Teil dieser Pflegekosten wird durch die gesetzliche Pflegeversicherung abgedeckt. Auf dem Rest bleiben die Betroffenen sitzen – es sei denn, eine bestehende private Pflegeversicherung kommt dafür auf.
Das ist abhängig vom gewählten Tarif und vom gewählten Modell. Pflege-Bahr wird grundsätzlich ohne Gesundheitsfragen angeboten, da die Versicherer alle Antragssteller auch aufnehmen müssen
Alle Pflegeversicherungen, die staatlich gefördert werden, werden unter der Bezeichnung „Pflege-Bahr“ zusammengefasst. Das sind Pflegezusatzversicherungen, die im Pflegefall eine Geldzahlung leisten, die dem Pflegegeld angemessen ist.
Als Versicherter müssen Sie sich selbst um die staatliche Förderung bemühen. Stellen Sie zunächst sicher, dass es sich um eine förderungsfähige Pflegeversicherung handelt. Denken Sie auch daran, bei Ihrem Versicherer einen Antrag auf staatliche Zulage zu stellen. Wer mindestens 10 Euro monatlich an Beiträgen bezahlt, bekommt dann die maximale Förderung von 5 Euro monatlich.
Nicht für jeden ist eine Pflegezusatzversicherung der richtige Weg. Geringverdiener sollten wissen, dass die Leistungen der Versicherung bei einer Pflegebedürftigkeit der Grundversorgung angerechnet werden.
Wer Hartz IV oder Grundsicherung bezieht, darf seine Pflege-Versicherung drei Jahre ruhen lassen. Außerdem ist es möglich, den Vertrag innerhalb von drei Monaten nach Beginn des ALG-II-Bezugs zu kündigen. Ein Kündigungsrecht besteht auch zum Ende der Ruhezeit hin.

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