Die Lebensversicherer rüsten auf

von Manuel Reil | | Infos, News, policendirekt
Die Lebensversicherer rüsten auf

Die Assekuranz zimmert immer mehr Schutzwälle um die Lebensversicherung herum. Die Zeitschrift Capital stellt in ihrer aktuellen Ausgabe 11/2013 das Versicherungsrating von Morgen & Morgen vor. Das Ratingunternehmen untersuchte 70 Gesellschaften, die insgesamt einen Marktanteil von 90% repräsentieren. Auch ein Stresstest war Teil der Untersuchung. “Als “kritisch” wurde keiner bewertet” schreibt Redakteurin Britta Langenberg bereits in der Vorab-Ankündigung. In der Printausgabe wurde das Stress-Szenario wie folgt vorgestellt: “Ein Aktiencrash von 37 Prozent bei zeitgleichem Zinsrückgang von 0,8 Punkten” – kein Problem für die Lebensversicherer. “Safety First” lautet daher auch die Überschrift der siebenseitigen Analyse. Morgen & Morgen schätzt alle Versicherer als stabil ein Die Versicherer haben hauptsächlich mit zwei Problemen zu kämpfen: Sie müssen eine hohe Verzinsung für die Altbestände erwirtschaften und gleichzeitig attraktive Produkte für Neukunden anbieten. Morgen & Morgen stellt den deutschen Lebensversicherern insgesamt ein gutes Gesamtzeugnis aus: “Das Bild der Branche ist stabil: Erneut erreichten zehn Versicherer die Bestbewertung von fünf Sternen“, berichtet Unternehmenssprecherin Kerstin Barthel. Im Belastungstest, das die Versicherer hinsichtlich ihrer Solvabilität und Krisenfestigkeit in der Zukunft beurteilt fiel kein einziges Unternehmen durch. Dies beweise, “…dass die Maßnahmen der Versicherer greifen und sie größtenteils sowohl stabil, als auch flexibel genug aufgestellt sind, um auch in schwierigen Zeiten bestehen zu können“, so M&M Geschäftsführer Stephan Schinnenburg. Alle 10 Versicherer der Spitzengruppe erhielten die Bestnote “ausgezeichnet”. Sicherheitsfestung Lebensversicherung Mehrere Anlegerumfragen belegen den hohen Stellenwert der Sicherheit. Aus Unwissenheit werde daher das Kapital hauptsächlich auf schlecht verzinsten Sparbüchern oder anderen Niedrigzinsanlagen geparkt. Dabei ist vor allem die Lebensversicherung auf Betreiben des Gesetzgebers zu einer wahren Sicherheitsfestung ausgebaut worden. In den Sicherheitstöpfen der Versicherer würden Capital zufolge mehr als 100 Milliarden Euro liegen: “Allein damit könnten die Versicherer die Vermögenszuwächse aller Kunden fast zweieinhalb Jahre lang finanzieren – wohlgemerkt, ohne nebenbei einen einzigen Euro zu verdienen”, schreibt Redakteurin Langenberg. Die Sicherheitspolster seien dabei wie folgt angelegt: Da gibt es zunächst die Reservetöpfe, zu denen auch die Polster für Schlussüberschüsse und Bewertungsreserven gezählt werden können. Hinzu kommen Guthaben aus der Deckungsrückstellung, die der BaFin gegenüber jederzeit vorgewiesen werden muss. Zudem ist dieses Kapital gläubigergeschützt (§77a VAG). Und drittens gibt es mit der Protektor AG eine Auffanggesellschaft für den Insolvenzschutz. Diese Gesellschaft ist ausschließlich inländischen Versicherern vorbehalten. Sicherheit wird mit Abstrichen bei der Rendite erkauft Aber diese Sicherheit hat auch ihren Preis: Sie drückt auf die Rendite, auch wenn Lars Heermann von der Assekurata zitiert wird, eine Effektivrendite von 3,4 Prozent für ein absolut konservatives Produkt bekomme man anderswo nicht. Daher, so Langenbergs Schlussfolgerung, lohne sich die Lebensversicherung nur, wenn sie bis zum Schluss durchgehalten wird – “…also zwei oder drei Jahrzehnte”. Zusätzlich warnt Capital vor der vorzeitigen Vertragskündigung: “Der Kunde macht oft Verlust – und bekommt anderswo kaum höhere oder gleich hohe Zinsen”. Allerdings ist dies keine große Hilfe für Versicherte mit Liquiditätsbedarf. Denn ihnen bietet sich auf dem Zweitmarkt für Lebensversicherungen eine Alternative zur vorzeitigen Kündigung. Der Ankäufer übernimmt die Police und zahlt die Prämien für den Versicherten weiter. Auch der Zweitmarkt, dessen sind sich die Ankäufer bewusst, profitiert somit von den hohen Sicherheitsstandards der Lebensversicherung. Umgekehrt profitiert aber auch die Lebensversicherung durch den Zweitmarkt: Dieser hält die Stornoquote gering, was wiederum die Versicherungsgesellschaften freut. Niedrige Stornoquote sagt viel über das Produkt aus So wundert es nicht, dass der Gesamtverband der deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) e.V. die niedrige Stornoquote als Qualitätsmerkmal für die Lebensversicherung wertet. Die aktuell niedrige Entwicklung der Stornoquote sei als Beleg für die Zufriedenheit der Kunden mit ihrem Anlageprodukt zu werten, heißt es aus den GDV-Kreisen. Die Lebensversicherung sei als krisenfestes Anlageprodukt äußerst beliebt. Die Stornoquote läge auf dem niedrigsten Stand seit 20 Jahren – ein Beleg dafür, dass die Verbraucher trotz der sinkenden Rendite keine Alternative zur Lebensversicherung sähen. Sicherheit und Stabilität stünden bei der Altersvorsorge an wichtigster Stelle. Allerdings stellt auch der Lebensversicherungszweitmarkt mit ein Grund für die gesunkene Stornoquote dar. Denn angekaufte Lebensversicherungspolicen werden auf dem Zweitmarkt nicht gekündigt, sondern an Stelle des ursprünglichen Versicherungsnehmers weitergeführt. Verkaufte Lebensversicherungen fließen daher im Unterschied zur Kündigung nicht mit in die Stornoquote ein.

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