Von durchschnittlich 467 Euro, die Jugendlichen zur Verfügung stehen, konnten Jugendliche 129 Euro als Ersparnis zurücklegen, wie die Deutsche Bank in einer selbst durchgeführten Studie herausfand. Damit liegt der Sparanteil bei 28%, was einen erstaunlich hohen Wert darstellt, so eine Sprecherin des Konzerns. Dieser stieg bei jungen Männern sogar an, obwohl das verfügbare Einkommen um 9 Euro im Vergleich zum Vorjahr gesunken war. Die Lebensversicherung als Sparform steht dabei mit 7% an sechster Stelle der Sparformen nach dem Sparbuch, Tagesgeld, dem Bausparvertrag, der Riester-Rente und Aktien. Die letztgenannte Sparform erlebte dabei den größten Vertrauensverlust unter den Jugendlichen. Die Altersvorsorge nannten die Befragten mit 19% als dritthäufigste Sparform nach Konsumwünschen und der eigenen Ausbildung. Innerhalb der Jugendlichen führten Studenten besonders häufig die Altersvorsorge als Sparziel an.

Warum sparen die Deutschen ohne Zinsen?

Auch das Sparvermögen der Deutschen nimmt insgesamt zu – und trocknet dennoch in der Glut des Niedrigzinsumfeldes aus: „Wer mit spitzer Feder rechnet, weiß schon lange, dass sich Sparbuch, Tagesgeld oder Festgeldkonto nicht lohnen“, schreibt die Wirtschaftswoche. Aktuell bringt es das Sparbuch auf eine Maximalrendite von 1,25%. Tagesgeld und Festgeldkonten seien kaum besser, so der Autor. Nach Angaben der Bild-Zeitung verloren deutsche Sparer bereits in diesem Jahr dadurch Kaufkraft in Höhe von 14 Milliarden Euro. Die Guthabenzinsen seien „geradezu lächerlich niedrig“.

Kaufkraftverlust 21 Milliarden Euro

Für 2014 ermittelten Analysten der Postbank sogar einen prognostizierten Kaufkraftverlust in Höhe von 21 Milliarden Euro. Dabei gilt: „Je länger das Ersparte unangetastet bleibt, umso schmerzhafter ist der kumulierte Wertverlust.“ Wirtschaftsforscher der RWI in Essen fanden dabei heraus, dass Deutsche grundsätzlich ein anderes Sparverhalten an den Tag legen, als Sparer in anderen Ländern. Ein besonderes Augenmerk legen sie auf die Gefahr der Inflation – bedingt durch die traumatischen Erfahrungen in den zwanziger Jahren des 20. Jahrhunderts. Daraus folgt auch eine geringere Renditeorientierung: „Der deutsche Sparer ist eher vorsichtig.

Ob das Geld höher oder niedrig verzinst wird, ist dann zweitrangig. Die Deutschen sparen erfahrungsgemäß auch bei höheren Renditen nicht wesentlich mehr.“ sagt der Leiter des Studienprojektes Torsten Schmidt. Aus demselben Grund sei auch die Sorge vor Verlust bei Aktien in Deutschland besonders ausgeprägt, die Aktiensparquote in anderen Ländern entsprechend höher, so die Essener Forscher weiter. Vor diesem Hintergrund dürften nur Anlageprodukte erfolgreich sein, die als ausgesprochen sicher gelten, wie das beispielsweise bei Zweitmarktpolicen der Fall ist.

Klassiker der Geldanlage

Die Hitliste der beliebtesten Geldanlagen der Deutschen kann gleichzeitig als eine umgedrehte Rendite-Hitliste bezeichnet werden: Ganz oben stehen die schlecht verzinsten Anlagen – ganz unten die Renditeriesen. Die Comdirektbank ermittelte in einer Studie die beliebtesten Geldanlagen. Festgeld und Sparbuch führen dabei mit jeweils 77% die Hitliste an – und das trotz der “lächerlich niedrigen Guthabenzinsen” die die Sparer darauf erhielten, wie die Wirtschaftswoche kürzlich schrieb.

Gold um 20% gefallen

Ehemalige Garanten der Geldanlage sind mittlerweile von der Bildfläche verschwunden. Seit Jahresbeginn ist der Goldpreis um 20% gesunken, meldet die Welt. Dies brachte Großinvestoren, wie John Paulson und George Soros hohe Verluste ein. Diese hatten in der Vergangenheit auf steigende Goldpreise gewettet. Vor allem Gold-ETF’s sind davon betroffen: “Im zweiten Quartal flossen netto 18,5 Milliarden Dollar aus Produkten auf das Edelmetall ab. Es war der stärkste Exodus seit Auflage des ETF im Jahr 2003”, so die Welt weiter.

Zweitmarkt für Lebensversicherungen als Geldanlage

Die Lebensversicherung ist in der Anlagestudie mit 59% im Mittelfeld platziert, wie die Auswertung zeigt. Die Tendenz ist steigend. Allein die Lebensversicherungs-Sparte der Allianz konnte im ersten Halbjahr 2013 einen Umsatzzuwachs in Höhe von 11,8% vermelden, wie das Wirtschaftsjournal schreibt. Dabei sollte aber nicht außer Acht gelassen werden, dass dieser Wert wahrscheinlich für den Neuabschluss einer Lebensversicherung gilt, der mit hohen Kosten verbunden ist. Im Vergleich dazu bietet der Zweitmarkt für Lebensversicherungen eine Geldanlage mit den gleichen Sicherheiten – bei einer wesentlich höheren Rendite. Die Vergangenheitsrendite liegt hier bei 4,94%, wie die Leistungsbilanz zeigt. Der Grund dafür: Der Zweitmarkt kauft nur lukrative Lebensversicherungen an – der Käufer weiß damit, dass seine Police von einem Aktuar geprüft worden ist.

Von 

Wie bewerten Sie den Artikel?
Do NOT follow this link or you will be banned from the site!
Durch die Benutzung dieser Website akzeptieren Sie unsere Datenschutzerklärung und Cookies.