Versicherer – Verbraucherschützer – Verbraucher: Drei Welten?

Zugegeben: Das Produkt Lebensversicherung gehört wirklich nicht zu den einfachsten Finanzprodukten. Das fängt schon bei der Tatsache an, dass sie ein Hybrid zwischen Versicherungs- und Anlageprodukt darstellt. Die Lebensversicherung ist die einzige Versicherung, bei der man – vorausgesetzt, man hält bis zum Schluss durch – am Ende auch ohne Versicherungsfall sein Geld zurückerhält. Plus Rendite. Dafür ist so eine Lebensversicherung schon kompliziert: Sparanteil, Garantieverzinsung, Schlussgewinnanteil, Überschussbeteiligung – alles Begriffe, durch die man sich kämpfen muss, wenn man halbwegs verstehen möchte, wo und wie das Geld angelegt wird, das man für einen langen Zeitraum in die Versicherung einzahlt. Und welcher Versicherungskunde kann schon verständlich erklären, was Zillmerung bedeutet? Die Verbraucherzentrale Hamburg hat sich darauf eingeschossen und fordert immer mehr Transparenz von den Versicherern. ZfV-Chefredakteur Marc Surminski kontert nun in den bocquel news zurück: . Die oft kritisierte Zillmerung hält er “…aus aktuarieller Sicht für den Kunden […] langfristig durchaus von Vorteil”. Vor Surminskis Kritik bleiben aber auch nicht Versicherer und Vermittler nicht verschont: Diese müssten den Kunden ihre Produkte besser erklären. Der Meinung sind wir auch: Wenn der Versicherte beispielsweise bereits vor Vertragsabschluß besser über seine Optionen informiert werden würde, böte das auch weniger Angriffsfläche für die Verbraucherschützer. Zum Beispiel böte die Tatsache, dass er seinen langfristig abgeschlossenen Vertrag schon vor Ablauf mit Gewinn auf dem Zweitmarkt verkaufen kann, einen wesentlichen Mehrwert für seinen Versicherungsvertrag – wenn er es denn wüsste. Anders ist nicht zu erklären, warum die Stornoquote für Lebensversicherungen immer noch rund drei Prozent beträgt. Schließlich zahlt der Versicherte hohe Stornogebühren und ist den Versicherungsschutz los, während er auf dem Zweitmarkt ein paar Prozente Vorteil auf seinen Rückkaufswert erhält und ein Rest-Todesfallschutz sogar bestehen bleibt. Um den Garantiezins wirklich garantieren zu können, müssen die Versicherer kreativ sein: Ihr Portfoliomanagement umfasst ein abgestimmtes System aus langfristigen und kurzfristigen Geldanlagen. Jeder Versicherte, der den Kreis der Versicherungsgemeinschaft durch vorzeitiges Storno verlässt, schadet ihr und erhöht automatisch das Anlagerisiko für den Versicherer. Dieser muss den Schaden anhand von Erfahrungswerten mit in das Produkt einpreisen. Auch dazu dient die Zillmerung. Würden Verbraucherschützer, Versicherer und Versicherte an einem Strang ziehen, würden auch sie in der konstant hohen Stornoquote das eigentliche Problem erkennen. Der Zweitmarkt Lebensversicherungen ist die einzige sinnvolle und für alle Beteiligten optimale Alternative zur Kündigung. Als Zweitmarktunternehmen fordern wir dafür keine Dankbarkeit. Uns reicht es schon aus, wenn die Marktteilnehmer öfter auf die Möglichkeit hinweisen, dass man im Zweitmarkt die Lebensversicherung verkaufen kann, denn sie alle profitieren davon: Versicherer – Verbraucherschützer – Verbraucher.

 

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